Rettungen an der Küste von Lesvos

Von offizieller Seite gab es während 8 Monaten keine Reaktion. Die Rettung der Menschen, die auf Gummibooten an den Küsten der Insel Lesvos in Griechenland angespült wurden, lag in der Hand von Privaten. Griechen auf der einen Seite und eine internationale Qualition von Freiwilligen, viele davon spontan entrüstet und engagiert, auf der anderen Seite. Sie bildeten die Reaktion Europas auf die humanitäre Katastrophe, die sich auf der ägäischen See abspielte.

Die Boote waren mit bis zu 60 Menschen hoffnungslos überladen. Im Oktober gab es Tage, an denen alleine in Lesvos mehr als 5000 Menschen auf einmal eintraffen. Die Repression auf Türkischer Seite machte die Flucht zunehmends gefährlicher, die Familien setzen in der Nacht und bei schlechtem Wetter über, um der türkischen Polizei und Küstenwache zu entkommen.

Über 3000 Menschen ertranken in den lezten Monaten des Jahres 2015 in der Ägais. Viele ganz normale Menschen sind gestorben, unzählige Familien wurden auf der Flucht getrennt.

In den letzten Monaten des Jahres engagierte sich schwizerchrüz.ch in der Rettung, der Flüchtenden, die rund um die Uhr an den zum Teil steinigen Küsten landeten. Nebst dem Transport von Verletzten leisteten wir Hilfe beim Ausstieg aus den Booten und verteilten Kleider und betrieben Heizkannonen, um die Menschen vor Unterkühlung zu bewahren.

Erst als die griechische Küstenwache und die Frontex im Februar 2016 ihre Mittel und ihre Einsatztaktik anpasste, wurde es besser. Fortan wurden die Menschen auf dem Wasser verhaftet und gerettet. In Zusammenarbeit mit Frontex betreiben die griechischen Behörden seither in Moria auf Lesvos und andernorts in Griechenland gleichsam Internierungslager auf fragwürdiger rechtlicher Basis. Den Menschen bleibt der Zugang zu einem Asylprozess in angemessener Frist versagt.

Das Problem sind nicht die Flüchtlinge, das Problem sind die Bomben, die auf ihre Häuser fallen.

-- Spyridon Galinos, Bürgermeister Mytilini, Lesvos

Bestand das Team vorerst aus Familie und Freunden engagierten sich nun immer mehr freiwillige Helferinnen und Helfer aus der Schweiz und aus Deutschland im Rahmen von schwizerchrüz.ch.

Der Schwerpunkt von schwizerchrüz.ch verlagerte sich vom Norden in den Süden der Insel. Nach dem Leitmotiv der Subsidiarität haben wir uns dort bemüht, wo noch Lücken in der Rettung vorhanden waren.

Nach fast einem Jahr haben andere NGO die Rettung an der Küste von Lesvos abgedeckt. schwizerchrüz.ch hat sich Ende Juli 2016 zurückgezogen, um sich auf die beiden Lager für Flüchtende in Thessaloniki zu konzentrieren.

We fight for humanity. Expect us to win!